„Buen Camino“ für die Dachdecker

Santiago de Compostela

 

„Wir sind dann mal weg … für eine Woche und einen Tag!“
Das sagten erneut zwölf Teilnehmer rund um das Dachdeckerhandwerk, die sich für die diesjährige Pilgerreise der GFW-Dach mbH über den Jakobsweg angemeldet hatten. Ausgangspunkt war das malerische Gebirgsdorf O Cebreiro in rund 1300 m Höhe in den galicischen Bergen. In sechs aufeinanderfolgenden Pilgertagesetappen von rund 25 km Länge und einer täglichen Gehzeit von circa sechs Stunden bewältigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die 150 km lange Entfernung bis nach Santiago de Compostela.

Wie auch im Vorjahr trugen die Dachdecker auch in diesem Jahr wieder ihre traditionelle Zunftkleidung und den gedrehten Wanderstab, auch Stenz genannt. Neben einem besonderen „Gruppenfeeling“ sorgte die Bekleidung auch bei den anderen Pilgern wieder für große Aufmerksamkeit. Sehr oft wurden die Dachdecker nach einem Selfie oder nach einer Gruppenaufnahme gefragt.

Das Foto führte vielfach auch zu einem längeren Gespräch miteinander, in dessen Verlauf man gegenseitig persönliche Informationen über Herkunft, Wegstrecken oder weitere Pläne austauschte.

Dass die Pilger auf dem Jakobsweg als besonders offen und gesprächsbereit gelten, besagt schon das bekannte Gleichnis:
„Auf dem Weg wirst Du zum Bruder und zur Schwester“. Der Weg bietet mit seinen vielfältigen und abwechslungsreichen Impressionen der galicischen Landschaft eine gute Gelegenheit, in sich zu gehen und über sein eigenes Dasein nachzudenken. Viele Pilger finden durch die Wanderung neue Kreativität, innere Motivation und wiederkehrenden Mut für die Aufgaben des Alltages. So haben es auch manche Teilnehmer des Dachdecker- Jakobsweges vom 26. September bis 4. Oktober 2015 empfunden.

Bestes Herbstwetter und strahlender Sonnenschein machten es allen Teilnehmern leicht, die geplanten Tagesstrecken trotz gelegentlicher
Schwächephasen zu bewältigen. Am Ende eines jeden Tages freuten sich die Jakobspilger dann über eine heiße Dusche, ein kühles Getränk und ein reichhaltiges Abendessen. Während des Abendessens plauderte man dann über die täglichen Erlebnisse und die kunstvollen Schieferdächer Galiciens. Obgleich jeder Teilnehmer sein eigenes Pilgertempo wählte, traf man sich am letzten Pilgertag am „Berg der Freude“, dem „Monte Gozo“, um gemeinsam zur eindrucksvollen Kathedrale in Santiago de Compostela zu gehen. Dort angekommen, bedankten sich alle Teilnehmer für die schönen gemeinsamen Stunden und Tage. Der letzte Tag in Santiago de Compostela wies mit einer interessanten Führung über die Dächer der Kathedrale, dem Besuch der bekannten Pilgermesse und einer historischen Stadtführung ein abwechslungsreiches Programm auf.

Vorreservierungen für 2016 können bereits jetzt schon bei der GFW-Dach mbH gebucht werden.
Bildunterschrift: Ankunft der Jakobspilger an der Kathedrale in Santiago de Compostela.